Neue Initiative geplant – Vollgeld im Visier

Der Verein Monetäre Modernisierung (Momo) will an die gescheiterte Gold-Initiative anknüpfen und hat dabei nichts Geringeres als das Geld- und Bankensystem im Visier – mit gewichtigen Unterstützern.

Vollgeld – weg vom virtuellen Vermögen

Das Nein zur Gold-Initiative sehen die Aktivisten von Momo als gute Vorbereitung für die breit angelegte Diskussion zum aktuellen Geld- und Bankensystem, das eine Kreditvergabe über die reell existierenden Bankeinlagen hinaus vorsieht. Es wird also Geld verliehen und in den Umlauf gebracht, das überhaupt nicht vorhanden ist. Im Prinzip sind die Guthaben der Bankkunden demnach lediglich Forderungen gegenüber ihrer Bank, die zusammengenommen rund zehnmal so hoch sind wie die reell vorhandenen Bargeldbestände – fatal für den Fall einer Insolvenz.

Geldschöpfung nur durch die Schweizer Nationalbank

Um das ganze System zu reformieren, soll laut Momo nur noch die Schweizer Nationalbank Geld schöpfen dürfen. Damit würde die Kreditvergabe der Bankhäuser auf die Höhe der tatsächlich vorhandenen Einlagen an Vollgeld begrenzt, das gesamte Buchgeld würde mit einem Schlag verschwinden. Die Kritiker ließen auch nicht lange auf sich warten und sehen in diesen Plänen drastische Folgen für den Finanzplatz Schweiz. Allerdings befürworten zwei emeritierte Professoren der Universität St. Gallen, Peter Ulrich und Hans-Christoph Binswanger, durchaus die Vorschläge des rund 300 Mitglieder starken Vereins Monetäre Modernisierung, der nach eigenen Aussagen mehrere Tausend Anhänger hat. Auch der SNB-Präsident konnte der Idee einiges abgewinnen, allerdings hat er Zweifel ob der Realisierungsmöglichkeiten, da es in keinem anderen Land bisher Vollgeld gebe. Als ein „gigantische Experiment“ bezeichnete er diese Initiative, die frühestens 2018 oder 2019 zur Abstimmung kommen soll.